Regina Leugner
20. Juni 2017 | Kissinger Gemeindeseite

Farbwechsel auf Kissings heiligem Berg

Statt weiß-blau soll die Burgstallkapelle wieder ihren ursprünglichen Anstrich in Ockerfarbe erhalten

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Derzeit hält ein Baugitter Besucher ab, zur eingerüsteten Burgstallkapelle hinaufzusteigen Foto: ike

Derzeit hält ein Baugitter Besucher ab, zur eingerüsteten Burgstallkapelle hinaufzusteigen Foto: ike

Kissing (ike) In den bayerischen Landesfarben weiß-blau erstrahlt der Burgstall als beliebtes Wahrzeichen Kissings.
Derzeit ist die Kapelle auf dem Hügel am äußeren Südrand im Alt-Ort rundum eingerüstet. Wenn im Sommer die Außenrenovierungsarbeiten abgeschlossen sind und das Gerüst abgebaut wird, dann dürfte sich so mancher Kissinger die Augen reiben. Denn mit der Außenrenovierung erhält das einen ockerfarbenen Anstrich. „Die Regierung von Schwaben als Denkmalschutzbehörde hat diese Empfehlung ausgesprochen und wir in der Kirchenverwaltung haben uns entschlossen, dem zu folgen", erklärt Kirchenpfleger Helmuth Kirchberger. Es handelt sich dabei um die ursprüngliche Farbe des historischen Altputzes. „Wir haben Farbproben an Stellen entnommen, wo man aufgrund des hohen Aufwands den Putz nie geändert hat, beispielsweise im oberen Simsbereich der Kuppel", erklärt Diplom-Ingenieur Anton Kriesch. „Und hier ist eindeutig ein Ockerton erkennbar". Der Augsburger Architekt, der zuletzt auch Instandsetzungsarbeiten in St. Ulrich leitete, brachte zum Ortstermin mit Pfarrer Alfredo Quintero und Kirchenpfleger Helmuth Kirchberger die Farbpalette der Ockertöne mit. „Wir halten uns an die klassische Ausführung, das heißt die Rücklagen als große Flächen werden in einer dunkleren und die Pfeilervorlagen und Gesimse in einer helleren Ockerfarbe gestrichen". Dass es zum geplanten Farbwechsel auch kritische Stimmen in der Bevölkerung geben wird, ist sich Kirchenpfleger Helmuth Kirchberger sicher. „Das war nicht anders, als die Kapelle in den 70er Jahren den weiß-blauen Anstrich bekam". Das Blau wurde als symbolische Farbe für die Reinheit Mariens besonders passend empfunden. Schließlich ist die 1681 bis 1685 erbaute Kapelle der Muttergottes geweiht. Ursprünglich war der einzigartige Kirchenbau mit seiner Kreuz-Kuppel-Komposition jedoch keineswegs madonnenblau, denn diese Farbe konnte man damals gar nicht herstellen, erklärt Architekt Anton Kriesch. Mit der Rückkehr oder Entscheidung für die Farbe Ocker werde auch dem Baustil Rechnung getragen, denn barocke Kirchen seien typischerweise in dieser Farbe gehalten. Zusätzlich zum neuen Außenanstrich werden auch ein paar Feuchteschäden behoben und das Gerüst genutzt, um auch einige Spengler- und Dachdeckerarbeiten auszuführen. Bis Ende Juli soll alles erledigt sein.
Auch wenn derzeit ein Baugerüst den Treppenaufgang mit den 60 Stufen hinauf zur Burgstallkapelle versperrt, wird es bis Oktober gemäß einem Gelübde aus dem Krieg weiterhin die monatlichen Prozessionen geben.


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