Ponke Urban
| Kissinger Gemeindeseite

Demokratieempfang

mit Geisterfahrer Silvano Tuiach

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Kissing (hesep) | Nach einem informativen Vortrag konnten die Besucher den Augsburger Komiker hautnah erleben.
Am 8. November 2018 feiert der Freistaat Bayern sein 100-jähriges Bestehen. Das Ende der Monarchie läutete der Sozialdemokrat Kurt Eisner ein. Deshalb organisierte die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr im Kissinger Bernhard-Zimmermann-Haus einen Demokratie-empfang. Als Ehrengäste gewann sie SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher und Silvano Tuiach.
Erster Bürgermeister Manfred Wolf erinnerte sich, dass Renate Schmidt im Jahr 1995 im Bernhard-Zimmermann-Haus den fulminanten Auftakt seines Kommunalwahlkampfes gemacht hatte. Auch Otto Schily hatte er hier empfangen. Den Geisterfahrer Silvano Tuiach kenne er seit über 35 Jahren und erinnerte sich, wie er ihn beim Neujahrsempfang krankheitsbedingt entschuldigt und Herrn Hennemann auf die Bühne gebeten habe. Einige Bürger lobten den würdigen Vertreter, ohne zu merken, dass es Tuiach selbst gewesen war.
„Viele Menschen sind politikmüde und parteiverdrossen, die Demokratie nicht mehr im besten Zustand“, bedauerte SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher. Er erinnerte an die Sozialisten Kurt Eisner, Erhard Auer und Johannes Timm, die am 7. November 1918 eine Demonstration von 100.000 Menschen auf der Theresienwiese organisiert hatten. Den Freistaat Bayern rief Eisner einen Tag später aus. Die Demokratie sei der Grundstein des Zusammenlebens. Allerdings sei Bayern immer noch monarchisch geprägt. Es gäbe in den Städten eine Ludwig-, Maximilian- oder Residenzstraße, aber keinen Platz der Republik. Über Jahrzehnte war die Demokratie ein wichtiges Bollwerk gegen den Nationalsozialismus. Trotzdem wüssten die Deutschen wenig über Demokratie. „Wer kennt den bayerischen SPD-Abgeordneten Michael Poeschke, später Bürger-meister in Erlangen, der an der Abstimmung gegen Hitlers Ermäch-tigungsgesetz verletzungsbedingt nicht teilnehmen konnte?“
Einen amüsanten Abschluss des Abends bot Geisterfahrer Silvano Tuiach. Er wuchs im Stadtteil Oberhausen auf und lernte Drucker. Seit 35 Jahren steht er auf der Bühne. Er berichtete von seinem nächtlichen Alptraum. In der Hölle habe er nicht nur Zellen für Trump, Erdogan und Winterkorn gesehen, sondern auch Franz Josef Strauß schreien gehört. Er stellte auch seinen Ranzmayer, einen typischen Augsburger Mitte 50, mit Mantel und Hut, vor. Das Thema „Weihnachten“ sprach er ebenfalls an: „Hört auf, euren Männern Socken oder Unterhosen zu kaufen. Wofür braucht man denn eine Funktionsunterhose?“, ermahnte er die weiblichen Zuhörer. Als Dank erhielt der Radfahrer die Groko-Mütze, eine rote Mütze mit schwarzer Bommel, von Simone Strohmayr selbstgestrickt, die Mütze für Markus Rinderspacher war ganz aus roter Wolle.