Regina Leugner
11. Juli 2017 | Aichacher Seite

Gute Stimmung bei den Sudetendeutschen

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Ehrungen bei den Sudetendeutschen, von links Rudolf Papsch, Irmgard Blank, Jonny Michl, SL-Ortsobmann Gert-Peter Schwank und SL Kreisobmann Ernst Wollrab. Foto: oh

Ehrungen bei den Sudetendeutschen, von links Rudolf Papsch, Irmgard Blank, Jonny Michl, SL-Ortsobmann Gert-Peter Schwank und SL Kreisobmann Ernst Wollrab. Foto: oh

Aichach (oh) | „Um den Zustand der Ortsgruppe Aichach der Sudetendeutschen Landsmannschaft braucht man sich keine Sorge machen!" Dieses Fazit zog SL-Ortsobmann Gert Schwank am Ende seines Rechenschaftsberichts, den er am Freitag im Rahmen der turnusgemäßen Jahreshauptversammlung im Gasthof Specht abgab. Mit kontinuierlicher Aktivität sei es seiner Gruppe gelungen, die Mitgliederzahlen zu stabilisieren und immer wieder neue Interessenten zu gewinnen.
Als Schwerpunkte des abgelaufenen Geschäftsjahres bezeichnete der, nun bereits seit sechs Jahren amtierende Vorsitzende, die monatlichen Zusammenkünfte, die Renovierung der Heimatstube in der Martinstraße sowie die Neugestaltung der Gedenkstätte im alten Friedhof. Ein ausdrückliches Lob zollte er der Stadt für das Zurückschneiden der Sträucher und Hecken beim Anton-Günther-Denkmal im Stadtpark. Extern beteiligte sich die Ortsgruppe beim Tag der Heimat in Stätzling, dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg und bei mehreren Zusammenkünften auf Kreisebene.
Sorgen bereitet Schwank lediglich „die in Gang gekommene Beitragsdiskussion auf Bundesebene". Dabei appellierte er an die Verantwortlichen, „das Beitragsniveau an vergleichbaren Vereinen zu orientieren". Um einfacher Zuwendungen akquirieren und schneller Spendenquittungen ausstellen zu können, erwäge man derzeit den Schritt zum „eingetragenen Verein" innerhalb der Landsmannschaft. Diese Praxis habe sich in anderen Landsmannschaften bestens bewährt und nicht zum Auseinanderdriften, sondern zur Stärkung vor Ort geführt. „Als bedauerlich" bezeichnete der Obmann die immer noch laufenden Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der seit zwei Jahren angestrebten Satzungsänderung. Im Rahmen einer Schweigeminute gedachte die Versammlung ihrer verstorbenen Mitglieder Brunhilde Haas, Willi Krehan und des kürzlich verstorbenen Vorstandsmitglieds, Elfriede Wanie.
Schriftführerin Helga Schwank ließ in ihrem Bericht die Aktivitäten des SL Revue passieren. Das kontinuierliche Jahresprogramm sei „das Erfolgsrezept" der Ortsgruppe. Nicht nur Themen, die im Zusammenhang mit der alten Heimat oder von Flucht und Vertreibung standen waren darin zu finden, sondern auch Vorträge über den Wandel in der Landwirtschaft, den Reiz des Altmühltals oder das Erleben der Machtergreifung Hitlers bis zum Einmarsch der Amerikaner im Aichacher Land. Reibungslos wurden anschließend die weiteren Tagesordnungspunkte abgehandelt. So attestierte Altlandrat Christian Knauer, der gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Habermann die Funktion des Revisors innehat, Schatzmeister Günter Worsch eine tadellose Kassenführung. Einstimmig erfolgten die Entlastung der Vorstandschaft und die Neuberufung von Johann Michl als Mitglied im Vereinsausschuss. SL-Kreisobmann Ernst Wollrab hob in seinem Bericht über den Sudetendeutschen Tag in Augsburg die positiven Stimmen aus den Reihen der deutschen Minderheit in Tschechien hervor.
Mit Urkunden bedankte sich abschließend Ortsobmann Gert Schwank bei elf Mitgliedern für deren langjährige Treue zum Verband. 45 Jahre gehört Reinhard Lill der Ortsgruppe an. Auf 50jährige Zugehörigkeit können Josef Haberer, Walter Kunesch, Johann Michl, Franz Poidinger, Hans Pösselt und Armin Schindler zurückblicken. Irmgard Blank ist seit 55 Jahren, Rudolf Papsch seit 60 Jahren aktiv dabei. Schon über 65 Jahre halten Josef Lihl aus Edenried und, das mit 101 Lebensjahren ältestet Mitglied, Wilma Flögel, der Landsmanschaft die Treue.


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